Von der Kunst des rechten Träumens

"Ich habe immer nur geträumt. Dies und nur dies ist der Sinn meines Lebens. 
Fernando Pessoa

Wer träumt, betritt eine unentdeckte Welt, taucht ein in die Dämmerung zwischen Imagination und Realität. Träumen, vielleicht der einzig noch verbliebene Ausweg für den Einzelnen. Alles scheint nun möglich, im Guten wie im Schlechten. Eine einzigartige, wenn auch nur geträumte Perspektive tut sich auf. Hoffnung für das Kreative in uns, für das Neue in der Welt.
Ausgeliefert sind wir den Träumen, die über uns kommen wie ein Rausch, uns verschlingen und mitreißen in eine Realität jenseits des Realen. Gibt es sie, die Methode des gezielten Träumens? Nur der Traum gehört uns, und nur im Traum gehören wir uns allein, sagt Pessoa der Träumer, bevor er eintaucht in sein inneres Leben, um dem äußeren zu entkommen.



»Von der Kunst des rechten Träumens« ist ein Konzertprojekt von Christina Böckler und Andreas Seemer-Koeper. Basierend auf Texten aus dem »Buch der Unruhe« von Fernando Pessoa, ist es nach »Pnins & ZooZoos« - einer Fantasie über das Geheimnis der Gelassenheit - das zweite gemeinsame Projekt.
Träumen wir, oder werden wir geträumt? Ist Träumen eine Handlung oder etwas, das uns passiert? Am Anfang dieser kammermusikalisch geprägten Partitur (Sprechstimme, Violine, Klarinette, Tuba, 2 Schlagzeuge) steht dieser Gedanke, aus dem sich die Musik imaginierend und kombinierend entwickelt. Basis ist eine einzige rhythmische Reihe, die, mehr geträumt als konstruiert, allen elf Sätzen zugrunde liegt. Ähnlich vielleicht den verschiedenen Traumphasen, die ein Schlafender durchlebt, wandelt sich diese Reihe in Klang, Form und Temperament von Satz zu Satz. Elf Ausprägungen ein und desselben musikalischen Gedankens. - Können wir unsere Träume formen? Nicht nur inhaltlich, sondern auch am Beispiel des eigenen Werdens, geht das Projekt dieser Frage nach. Es ist die Suche nach der schöpferischen Kraft des Traums und gipfelt in der Idee, dass wir, allein indem wir träumen, auch unser Leben gestalten.

Musik: Andreas Seemer-Koeper
Video: Christina Böckler
Text: Fernando Pessoa; eingerichtet von Christina Böckler und Andreas Seemer-Koeper

Es spielt das »Ensemble Pninin«.
 
Ensemble Pninin

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